30. September 2026

Zugang zu Fahrzeugdaten: Neue EU-Regeln und was sie für Werkstätten bedeuten

Neue Spielregeln für den Datenzugang in der Werkstatt

Moderne Fahrzeuge sind längst rollende Computer. Damit eine Reparatur oder Wartung überhaupt möglich ist, brauchen Werkstätten Zugang zu Diagnose- und Reparaturdaten der Hersteller. Genau an diesem Punkt hat sich seit dem 23. September 2026 etwas verändert: Eine neue EU-Verordnung verpflichtet Fahrzeughersteller schrittweise, ihre Diagnose-Schnittstellen auch für unabhängige Anbieter von Diagnosegeräten zu öffnen. Grundlage ist die Verordnung (EU) 2026/699, die die Typgenehmigungsvorschriften um einen mehrstufigen Fahrplan für den Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen ergänzt.

Für uns bei Autoteile Roiger ist das ein Thema, das direkt in unseren Alltag hineinwirkt. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Anliegen und wissen: Ohne verlässliche Daten und passende Ersatzteile nützt auch die beste Werkstatt-Ausstattung wenig. Genau deshalb lohnt sich ein Blick darauf, was sich gerade ändert – und warum Qualität in diesem Prozess vor Geschwindigkeit gehen muss.

Große Lücke zwischen freien und markengebundenen Werkstätten

Wie autoservicepraxis.de unter Berufung auf eine Untersuchung der EU-Kommission berichtet, verfügt nicht einmal jede zweite freie Werkstatt über vollständigen Zugang zu den Informationen, die für Reparatur und Wartung moderner Fahrzeuge nötig sind. Die Zahlen sprechen für sich: Während 93 Prozent der Vertragswerkstätten nach eigenen Angaben auf die benötigten Fahrzeuginformationen zugreifen können, liegt dieser Anteil bei freien Betrieben nur bei rund 50 Prozent.

Diese Lücke hat spürbare Folgen für den Werkstattalltag. Unabhängige Betriebe müssen häufig kostenpflichtige Zugänge erwerben oder stoßen bei neueren Modellen schlicht an technische Grenzen. In manchen Fällen werden Wartungen, Reparaturen oder das Anlernen neuer Ersatzteile dadurch erheblich erschwert oder sogar unmöglich. Aus Sicht des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg steht damit langfristig auch die freie Werkstattwahl der Autofahrer auf dem Spiel.

Der Stufenplan bis 2028

Die neue Verordnung sieht einen klaren Zeitplan vor. Seit dem 23. September 2026 müssen Fahrzeughersteller den Anbietern von Diagnosesystemen jene Informationen bereitstellen, die für die Kommunikation mit modernen Fahrzeugen notwendig sind. Für die Werkstätten selbst wird das relevant, sobald die Hersteller entsprechender Diagnosegeräte diese neuen Schnittstellen tatsächlich integriert haben.

Bereits ab dem 23. Dezember 2026 sollen laut Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg weitere Schnittstellen folgen – etwa für Variantencodierungen, Ersatzteilzuordnungen und die Programmierung von Steuergeräten. Im Juni 2027 sollen dann fahrzeugbezogene Reparatur- und Wartungsinformationen hinzukommen. Die vollständige Umsetzung der Regelungen, einschließlich Software-Updates, ist für Juni 2028 vorgesehen.

Verband fordert klare Zusagen der Hersteller

Ein Anspruch auf dem Papier ist noch kein Zugang in der Werkstatt – diese Einschätzung teilte Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg, laut autoservicepraxis.de in Stuttgart mit. Er verwies auf die Umfrage der EU-Kommission, die zeige, wie groß die Lücke bei den freien Betrieben tatsächlich ist. Der Verband erwartet von den Herstellern, dass sie diese Lücke nun schließen, damit eine Werkstatt vor Ort ein modernes Auto vollständig reparieren kann – unabhängig davon, ob ein Markenvertrag besteht oder nicht. Bis zum Inkrafttreten der zweiten Ausbaustufe will der Verband bei seinen Mitgliedsbetrieben überprüfen, welche Verbesserungen tatsächlich in der Praxis ankommen.

Der Verband fordert von den Fahrzeugherstellern konkret transparente Zeitpläne, bezahlbare Preise und gleiche Wettbewerbsbedingungen für freie und markengebundene Betriebe. Genau diese drei Punkte entscheiden am Ende darüber, ob die neuen Regeln wirklich etwas ändern oder nur auf dem Papier existieren.

Was das für Werkstätten und Kunden bedeutet

Auch wenn sich vieles davon zunächst hinter den Kulissen abspielt, betrifft es letztlich jeden, der sein Fahrzeug in eine Werkstatt bringt. Ein besserer Datenzugang kann bedeuten:

  • Mehr Werkstätten können moderne Fahrzeuge vollständig reparieren, nicht nur markengebundene Betriebe.
  • Die freie Wahl der Werkstatt bleibt langfristig eher erhalten.
  • Ersatzteile lassen sich passend zuordnen und anlernen, wenn die entsprechenden Schnittstellen tatsächlich verfügbar sind.

Gleichzeitig zeigt die aktuelle Datenlage: Der Weg von der Verordnung bis zur gelebten Praxis in der Werkstatt ist nicht automatisch kurz. Wie autohaus.de in seiner Übersicht zu aktuellen Entwicklungen in der Werkstattbranche zeigt, arbeiten parallel auch andere Akteure daran, den Datenaustausch im freien Ersatzteilmarkt zu verbessern – etwa durch neue Strukturen zur Verknüpfung fragmentierter Datenbestände im Independent Automotive Aftermarket.

Fazit: Qualität statt Schnellschuss

Die neuen EU-Regeln sind ein wichtiger Schritt für freie Werkstätten und letztlich für alle, die Wert auf eine echte Wahlfreiheit bei der Fahrzeugreparatur legen. Doch der Stufenplan bis 2028 zeigt auch: Diese Umstellung passiert nicht über Nacht, sondern schrittweise und mit klaren Etappen. Genau das passt zu unserem Verständnis von gutem Service. Für uns geht es nicht nur um Verkauf, sondern um Vertrauen – und Vertrauen entsteht nicht durch Tempo allein, sondern durch verlässliche, passende Lösungen.

Bei Autoteile Roiger setzen wir seit 1999 genau darauf: unkompliziert, kompetent und fair. Wir beobachten technische und regulatorische Entwicklungen wie diese aufmerksam, damit wir Ihnen auch künftig mit persönlicher Beratung und schneller Verfügbarkeit passender Ersatzteile zur Seite stehen können – ganz gleich, wie sich der Zugang zu Fahrzeugdaten in den kommenden Jahren weiterentwickelt.

Häufig gestellte Fragen

Was ändert sich seit dem 23. September 2026 konkret?

Fahrzeughersteller müssen seither Anbietern von Diagnosesystemen jene Informationen bereitstellen, die für die Kommunikation mit modernen Fahrzeugen notwendig sind. Für Werkstätten wird dies relevant, sobald die Diagnosegeräte-Hersteller diese Schnittstellen integriert haben.

Warum haben freie Werkstätten aktuell schlechteren Datenzugang als Vertragswerkstätten?

Laut einer Untersuchung der EU-Kommission verfügen rund 93 Prozent der Vertragswerkstätten über vollständigen Zugang zu benötigten Fahrzeuginformationen, bei freien Betrieben liegt der Anteil bei nur etwa 50 Prozent. Ursache sind unter anderem kostenpflichtige Zugänge und technische Hürden bei neueren Modellen.

Bis wann sollen die neuen EU-Regeln vollständig umgesetzt sein?

Der Stufenplan sieht weitere Schnittstellen ab dem 23. Dezember 2026 vor, fahrzeugbezogene Reparatur- und Wartungsinformationen sollen im Juni 2027 folgen. Die vollständige Umsetzung inklusive Software-Updates ist für Juni 2028 vorgesehen.

Was fordert das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg von den Herstellern?

Der Verband fordert transparente Zeitpläne, bezahlbare Preise und gleiche Wettbewerbsbedingungen für freie und markengebundene Betriebe, damit die neuen Rechte auch tatsächlich in den Werkstätten ankommen.

Was bedeutet das für Autofahrer?

Ein verbesserter Datenzugang kann langfristig dazu beitragen, dass mehr Werkstätten moderne Fahrzeuge vollständig reparieren können und die freie Wahl der Werkstatt erhalten bleibt.

Haben Sie Fragen zu Ersatzteilen für Ihr Fahrzeug oder möchten Sie wissen, welches Teil zu Ihrem Modell passt? Unser Team von Autoteile Roiger nimmt sich gerne Zeit für Ihr Anliegen. Kontaktieren Sie uns für eine persönliche Beratung und profitieren Sie von schneller Verfügbarkeit und einem direkten Ansprechpartner, der Sie kompetent begleitet.

Quellen

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